Kreisgrabenanlage als Sonnenobservatorium bei Goseck

Kreisgrabenanlage als Sonnenobservatorium bei Goseck
Schon in der Jungsteinzeit, im Neolithikum, befassten sich die Menschen mit  Astronomie. Wenn die Sonne immer tiefer sank und der Winter einzog, machte man sich Sorgen, ob sie auch wieder steigen und die Erde erwärmen würde. Man vermutete dahinter das Wirken von Naturgottheiten, von deren Stimmung das Wohl und Wehe der Menschen abhing. Um entsprechende Rituale für diese Götter zum richtigen Zeitpunkt abhalten zu können, musste der Zeitpunkt der Sonnenwenden möglichst exakt bestimmt werden. Die Hochebene bei Goseck in Mitteldeutschland, im heutigen Sachsen-Anhalt, bot dafür wegen der guten Rundumsicht beste Voraussetzungen.
Das Sonnenobservatorium bei Goseck
4900 Jahre vor Christus, also 2000 Jahre vor Stonehenge, errichtete man eine Kreisgrabenanlage mit gut 70 m Durchmesser, mit deren Hilfe sich die nördlichsten und südlichsten Punkte des Sonnenaufgangs und des Sonnenuntergangs vom Mittelpunkt aus gesehen exakt bestimmen ließen. Auch andere Zeitpunkte des Sonnenjahres ließen sich markieren, wie zum Beispiel der 1. Mai, der Tag des Frühlingsfestes oder die Zeitpunkte für Aussaaten und Pflanzungen. Der Übergang vom Jäger und Sammler zu Ackerbau und Viehzucht, die Neolithische Revolution, ging gerade mal ihrem Abschluss entgegen.
Holzpalisaden des Sonnenobservatoriums Goseck
Leider verwendete man als Baumaterial Holz, so dass von dem Sonnenobservatorium lange Zeit nur die kreisförmigen Gräben als Bodenunebenheit zu erkennen waren. Nach aufwändigen archäologischen Ausgrabungen und Dokumentationen hat man die Kreisgrabenanlage von Goseck nach den Erkenntnissen der Archäologen neu aufgebaut.
Das Nordtor des Sonnenobservatoriums Goseck
Die Diskussionen, wie sie auch in Stonehenge geführt wurden, ob die Anlagen astronomischen oder spirituellen Zwecken dienten, ist müßig, da beides in dieser Zeit untrennbar zusammenhing. Der Lauf der Gestirne konnte nur das Werk von Göttern sein.
Der Mittelpunkt des Sonnenobservatoriums Goseck
Auf Info-Tafeln wird die Funktion des Sonnenobservatoriums ausführlich dargestellt und erklärt. Nur bei einem Besuch bekommt man einen Eindruck von der aufwändigen Konstruktion.
Erklärung des Sonnenobservatoriums Goseck auf Info-Tafeln

 Goseck, Kreisgrabenanlage als Sonnenobservatorium, Schloss und Saaletal
 Halle, Nebra, Langeneichstädt, Schönburg und Goseck